Meine Reise ins Lomoversum | Lomografie

Meine Reise ins Lomoversum Lomografie

Ich bin ab sofort in einer Beziehung mit einer lichthungrigen Plastik-Prinzessin. Kürzlich habe ich die Lomografie für mich entdeckt – analoge Schnappschuss-Fotografie, die häufig mit Bildfehlern, willkürlichem Fokus und einer kräftigen, schwarzen Vignette glänzt. Und so schnappte ich mir eine Holga 135 BC und belichtete im März zwei unterschiedliche Filme.

Liebe zur Lomografie

Als Teenager wollte ich mit einem Bildbearbeitungsprogramm einen besonderen Effekt auf Fotos erzielen: Den Lomografie-Effekt. Starke Kontraste, intensive Farbsättigung und eine dominante, schwarze Vignettierung. Erst fand ich es ganz okay, aber so richtig zufrieden war ich nie. Und so flüchtig die Begeisterung eines Teenies nun mal sein kann, so schnell verschwand der Wunsch nach diesem Bildlook.

Es war mir nicht echt genug.

Denn was sich nicht nachahmen lässt, ist die Willkür der Lomografie. Lichtlecks, Bildfehler, Unschärfe oder ein falsch sitzender Fokus sind Merkmale dieser analogen Schnappschuss-Fotografie. Du kannst nicht immer wissen, was dein Film nach der Entwicklung für dich bereithält.

Und so kaufte ich mir Anfang März, als nachträgliches Geburtstagsgeschenk an mich selbst, eine Kleinbildkamera. Die Holga 135BC. Eine „Spielzeugkamera“ aus dem Jahr 2005, die nicht mehr so leicht erhältlich ist, da die Holga-Produktion 2015 eingestellt wurde.

Der erste Film – Agfa Vista Plus 400

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Meinen ersten Film habe ich in der Drogerie (CEWE) abgegeben, ohne große Erwartungen, aber mit nicht weniger Spannung. Ich hatte so gar keine Ahnung, wie meine ersten Bilder aussehen werden und war anschließend sehr glücklich, dass ein Großteil der Bilder auch belichtet wurde.

Allerdings werde ich in Zukunft keinen Film mehr durch CEWE entwickeln lassen; die CD lief auf meinem Windows-Rechner alles andere als einwandfrei. Vielleicht liegt es auch daran, dass CEWE möglicherweise mit Macs arbeitet und die Systeme untereinander Probleme machen können. Teilweise waren die Bilddateien nach der Drehung fehlerhaft, die Lesegeschwindigkeit der CD war schwergängig und ein großer Minuspunkt ist die Webauflösung (1500 px und JPEG) der Bilddateien. Die Abwicklung dauerte 5 Tage, was es meinem ungeduldigen Herzen nicht leicht gemacht hat.

Dennoch war meine Freude nach der ersten Entwicklung groß und ich wollte unbedingt immer weitermachen.

Für die folgenden Bilder belichtete ich einen Agfa Vista Plus 400. Sie entstanden alle bei mäßig bis stark bewölktem Himmel. Ich mag die düstere Anmutung, wenn es sehr stark bewölkt ist.

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Aus einer geplanten Doppelbelichtung wurde dieses Bild versehentlich 3 mal belichtet. Ziel war nur die unterschiedliche Positionierung und Doppelbelichtung der Flamingos. Allerdings hatte ich nach der Aufnahme der Lichter im Kaufhof offenbar den Film nicht transportiert, wodurch sich die Flamingos ebenfalls ins Bild verirrt haben. Aber ich mag’s.


Kodak Ultramax 400 – Entwicklung ohne Großlabor 

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Der zweite Film, den ich im März belichtete, war der Kodak Ultramax 400. Ich habe noch nicht viele Erfahrungen, geschweige denn besonders viel „Ahnung“ von Filmen. Doch auch dies macht für mich den Reiz aus, weil ich so mit der Zeit Unterschiede feststellen kann. Vorerst bleibe ich auch bei Filmen mit einer 400er ISO, da ich mit dieser Empfindlichkeit auf der sicheren Seite bin. Wenn das Licht mal etwas dunkler ausfällt, reißt der Film noch eine ganze Menge raus.

Die Bilder ließ ich in dann in einem Bremer Fotogeschäft mit eigenem Labor entwickeln. Und ich bin mehr als zufrieden! Bereits am nächsten Tag konnte ich meine CD inkl. hochaufgelöster TIFF-Dateien (für nur wenige Euros mehr) abholen. Bilder, auf denen nur noch recht wenig zu erkennen war, wurden ebenfalls nach Möglichkeit entwickelt. Ich bin mir sicher, dass CEWE diese Motive gar nicht erst mitentwickelt hätte. Hier ist ein Beispiel dazu:

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Dieses Portrait entstand im tropischen Gewächshaus in Hamburg, als ich mit der Fotografin Hannah Kern unterwegs war. Nachdem ihr Kamera-Akku sich verabschiedet hat, drückte ich Hannah meine Holga in die Hand. Leider besaß ich zu dieser Zeit noch keinen Blitz, der uns ganz gut getan hätte, aber glücklicherweise hat es der Film ordentlich rausgerissen.

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Mittlerweile gehe ich kaum noch ohne diese kompakte Schönheit aus dem Haus. Vieles erfahre ich nur durch’s Ausprobieren – sofern ich nicht mal wieder den Objektivdeckel draufgelassen oder den Fokus falsch eingestellt habe. Und Bilder versehentlich doppelt belichte. Die Lomografie gibt mir Raum zum Experimentieren und genau das liebe ich. Ich freue mich schon darauf, dir in Zukunft weitere Bilder zeigen zu dürfen.

Du kannst dir übrigens den Großteil meiner Lomografien außerdem auf meinem zweiten Instagram-Account ansehen.

Macht dich Lomografie neugierig? Schau‘ dich doch gern mal auf https://www.lomography.de/about/ um!

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3 Kommentare

  1. Servus Lizzy,
    toll, dass du Freude an der analogen Fotografie gefunden hast. Die Holga mit ihrem systemimmanenten Stil hat mich auch schon immer angesprochen. Ich holte mir allerdings keine Holga. Mein Weg führte mich zu einem „Subjektiv“, welches ich auf meiner X-700 verwenden konnte. Da ist neben einer Zonenplatte und einer Lochblende auch eine Plastelinse dabei, welche zu ähnlichen fotografischen Ergebnissen führt. Auf meinem Blog habe ich das noch nicht thematisiert. Deine Bilder aber sind inspririerend…

    1. Hey Dieter,
      es gibt ja auch wirklich viele Kameras, die man dafür nutzen kann. Vor einer Weile wurde mir noch eine Minox überlassen, für die ich jedoch einen Mittelweg finden muss. Die Batterien für das Schmuckstück sind leider nicht mehr erhältlich.
      Mittlerweile gibt es ja sogar für Digitalkameras Holga-Aufsätze, die einen ähnlichen Effekt erzeugen. Aber da stelle ich mir deine Variante mit der Minolta wesentlich interessanter vor.

      Liebe Grüße aus dem Norden,
      Lizzy

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